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Donnerstag, 18. Dezember 2014

Bezugsquellen

3D - Scope TS-Archery

Gehäuse nur in schwarz, komplett CNC gefräst aus 7050 Aluminium

* ZEISS - Glas Linse, Superentspiegelt , 0,25 - 1,25 doptr
* Linsendurchmesser: 46,00 mm
* Super - Pin in Grün und Rot
* Scope Ring in schwarz und in rot
* Wasserwaage wahlweise in rot oder grün
* Edelstahl Gewindestange 10 - 32
* Selbstsichernde Edelstahlmutter

Preis 144,00 €

TS-Archery
Jürgen Seeger
Hermannstal 40
74423 Obersontheim

Tel.    07973-5761
Mobil 0172-7680702
info@TS-Archery.de
www.TS-Archery.de


3D - Scope Viper Archery

Viper Scopes, komplett CNC gefräst aus 6061 T6 Aircraft Aluminum

* ZEISS-Linse, entspiegelt mit 2, 3, 4 oder 6 facher Vergrößerung
* Pin-Durchzmesser in .010 und .019
* Wasserwaage in klarem Grün
* Gewindestange 10 - 32
*  Beleuchtung optinional: LP Archery Products Pro-LIGHT DX
* 61 cm lange Leuchtfiber für extreme Leuchtkraft

Preis um 120,00 €

Archery Direct
Andreas Franzen
Haydnstr. 13
22761 Hamburg

Tel. 040 / 890 700 40
Fax  040 / 890 700 42
info@ArcheryDirect.de
www.archery-direct.de

Scopes & Linsen

  • TS-3D-Scope am Visier
  • TS-3D-Scope mit Leuchtpin
  • Viper Scope
  • Viper Scope von vorne
  • TS Leuchtpin
  • TS-ZEISS-Linse 0.5 fach
  • TS-ZEISS-Linse 0.75 fach
  • HOYA Linse 0.5 fach
  • HOYA Linse 0.75 fach
  • Blick durch eine gelb gefärbte Linse
  • Blick durch eine klare Linse

Scopes und Linsen für 3D

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Teil 1

Scopes und Linsen für 3D

Die Klassen FU (nach IFAA) oder Compound (nach FITA) sind schon seit langem beim 3D-Sport etabliert. Sie sind gekennzeichnet durch einen technisch voll ausgestatteten Bogen, zu dem auch sogenannte Scopes gehören. Dies sind die eigentlichen Zieloptiken, bestehend aus einer Linse und einem Gehäuse, welches am Visier befestigt wird. Damit wird der Compound zum "Scharfschützensportgerät", da im Gegensatz zu den Blank-Klassen oder Bowhunter-Klassen eine Vergrößerung verwendet werden darf. Allerdings dürfen dann nicht mehrere Ziel-Pins wie in den Bowhunter-Klassen genutzt werden.

Was macht nun ein gutes Scope für den 3D-Bereich aus?
Betrachten wir dazu mal die Besonderheiten dieser Sportart. 3D-Sport finden größtenteils im Freien und dort im Wald statt, und das bei jedem Wetter. Es kann also stark bewölkt und auch dämmerig sein. Oft darf man auch vom Hellen ins dunkle Unterholz schießen. Dass heißt, wir brauchen so viel Licht wie möglich, damit wir etwas durch das Scope sehen können. Die klassischen Scopes aus dem FITA-Feld-Bereich weisen Durchmesser um die 36mm auf. Dies ist vielen 3D-Schützen zu klein. Zum einen kommt nicht so viel Licht ins Scope, zum anderen sieht man nicht so viel vom Ziel. Da fällt die Orientierung auf dem Ziel schon mal schwer. Besonders, wenn auch noch mit einer starken Vergrößerung geschossen wird. Da kann man bei einem gesprenkeltem Pekari ganz leicht falsch liegen, einfach weil der Gesamteindruck fehlt. Aus diesen Gründen wurden Scopes mit einem Durchmesser um die 44 mm gebaut.

Zwei beliebte Scopes haben wir uns näher angesehen, das Viper Scope in 1 ¾ Zoll (44.45 mm Linsendurchmesser) und das 3D-Scope von TS-Archery mit 46 mm Linsendurchmesser.

Außerdem haben wir uns die Linsen näher angeschaut, die für den eigentlichen Durchblick sorgen. Hier gibt es Fremdfabrikate, die sogar individuell angepasst werden können.

Viper Scopes sind komplett  aus 6061 T6 Luftfahrt Aluminium CNC gefräst  und mit einer geschraubten Aufnahme für Viper Linsen gefertigt. Verbaut werden von Viper hochwertige Zeiss Linsen. Die Linsen gibt es in den Vergrößerungen 2, 3, 4 und 6. Eine 4fach Vergrößerung entspricht einer Dioptrien-Zahl von +0.50, 6fach einer Vergrößerung von +0.75. Die Pins gibt es in den Größen .10 und .19. Der Preis für ein Viper-Scope liegt im deutschen Handel um die 120,00 Euro, mit ein paar Ausreißern nach oben und unten.

Scopes bei TS-Archery werden aus 7005er Aluminium gefertigt, noch etwas hochwertiger wie das 6061. Das TS-3D-Scope kommt ebenfalls mit einer ZEISS-Linse, allerdings zusätzlich superentspiegelt. Die Vergrößerungen reichen von 0.25 bis 1.15 Dioptrien. Der Pin ist in rot und grün zum Wechseln dabei. Den Scope Ring und die Wassewaage gibt es wahlweise in schwarz oder rot. Die Gewindestange in 10-32 ist aus Edelstahl mit einer selbstsichernden Edelstahlmutter. Den Träger für den Superpin kann man ganz leicht ohne großen Aufwand an- und abbauen. Der Preis liegt bei 144,00 Euro. Alle Teile kann man einzeln nachkaufen. So kostet das komplette 3D Gehäuse einzeln 77,00 Euro.

Beide Scopes können einfach für Rechts- und Linkshandschützen umgebaut werden.

weiterlesen Teil 2

Teil 2

So weit, so gut. Wie machen sich die Scopes im Praxiseinsatz?
Ich habe beide ausgiebig auf verschiedenen Parcours im Einsatzt gehabt. Das mit beiden gut geschossen werden kann, beweisen die Titel auf der letzten Europameisterschaft in Österreich. Ich will es jetzt nicht beschwören, aber der größte Teil der Plätze eins bis drei war mit Viper-Scopes oder TS-Scopes unterwegs.

Beide Scopes bieten ein großes Sichtfeld, was für den 3D-Bereich entscheidend ist. Das TS-3D-Scope hat hier ganz leicht die Nase vorn, da der Innendurchmesser um die 2 mm größer ist, wie bei dem Viper-Scope. Auf die Lichtausbeute kommen wir später, da hier die eingesetzten Linsen entscheidend sind. Jürgen Seeger von TS-Archery liefert sein Scope immer mit einem roten und schwarzen Scope Ring aus. Erst habe ich doch etwas skeptisch geschaut, aber nach einem Tag im Busch war ich begeistert, wie leicht sich das Scope mit dem roten Ring im Peep zentrieren lässt. Der Kontrast hilft doch ungemein. Das Rot ist aber noch dunkel genug, dass die Transparenz erhalten bleibt. Am besten ist die Transparenz bei frontaler Aufsicht auf das Scope und mit einem schwarzen Ring.

Das Viper-Scope lässt sich ebenfalls leicht zentrieren, allerdings ist der rote Ring eine Spur komfortabler. Das Viper-Scope hat den Vorteil, dass man verschieden starke Pins ordern kann. Man sollte sich aber schon beim Kauf entscheiden, da der Wechsel der Leuchtfiber doch etwas fummelig ist. Man macht es einfach nicht mal ebenso. Der Pin selbst ist sehr schmal und behindert den Zielvorgang nicht. Geführt wird die Fiber von unten. Bei starkem Regen lässt sich die Linse auch im Gelände leicht ausbauen, so dass man nur mit dem Pin schießen kann.

Beim TS-3D-Scope wird der Pin von oben geführt. Laut TS-Archery empfinden es viele Schützen als angenehm, von oben ins Ziel zu gehen. Besonders nach einem langen Tag mit vielen Pfeilen, wenn die Kraft etwas nachlässt. Ich habe mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, den Pin auszubauen und mit einem auf die Linse geklebten Ring zu schießen. Ringe und Punkte zum Kleben liegen dem TS-Scope übrigens in Rot bei. Ich persönlich empfinde es als sehr angenehm, dass das Ziel nicht durch die Leuchtfiber verdeckt wird. Mir erleichtert es das Fokussieren des Zielpunktes. Beim TS-Scope kann man den Pin sehr leicht aus- und einbauen, einem persönlichen Test steht also nichts im Wege.


Beide Scopes habe ich mit einer grünen Wasserwaage geschossen. Die Wasserwaage des Viper-Scope ist mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt, die des TS-Scope ist leicht milchig. Dies ist im ersten Moment ungewohnt, hat aber den Vorteil, das einfallendes Sonnenlicht nicht so sehr blendet wie bei einer klaren Flüssigkeit.


Kommen wir zum wichtigsten Teil des Scopes, den Linsen. Standardmäßig kommen beide Scopes mit ZEISS-Linsen, wobei die des TS-Scopes superentspiegelt sind. Die Standard-Linse des TS-Scopes ist deutlich besser. Das zeigt sich besonders bei wechselnden Lichtverhältnissen wie sie im 3D-Sport häufig vorkommen. Der ambitionierte Schütze fragt sich nun vielleicht, ob es auf dem Zubehörmarkt Linsen gibt, die es besser können. Also einfach das Optimum an Lichtausbeute herausholen?

Diese Linsen gibt es, und man kommt schon relativ günstig an sehr gutes Material. Ich habe die Linsen von Archery-Direct, ein Speziallinse von TS-Archery getestet. Die Linsen von TS-Archery (ZEISS) sind aus Glas, die Linsen von Archery-Direct (Eyas von HOYA) sind Kunststofflinsen.

Die Linsen von Archery-Direct werden auf Kundenwunsch in der individuellen Vergrößerung angefertigt und man hat die Möglichkeit, einen Ring, Punkt, Fadenkreuz einfräsen zu lassen. Eine zentrische Bohrung für einen Leuchtpin ist ebenfalls erhältlich, und alles zu einem sehr geringen Aufpreis. Die Linsen kosten 35,00 €uro (1.5), 45,00 Euro (1.6), eine Gravur 10,00 Euro. Da kann man nicht meckern. Sie sind auf höchste Lichtausbeute ausgelegt, zumindest wenn man die 1.6er Linsen ordert – und warum sollte man als 3D-Schütze nicht jedes bisschen Licht mitnehmen? Zusätzlich punkten sie mit einer Cleancoat-Beschichtung (Lotus-Effekt), welche die Verschmutzung verhindert und Regentropfen sehr gut abperlen lässt.


Die Standard-Linse von ZEISS kostet bei TS-Archery 47,00 Euro. Die Speziallinse von TS-Archery ist eine ZEISS-Linse in 1.6 Punktal SE, ebenfalls auf hohen Lichtdurchsatz ausgelegt. Die Linse ist aus Glas angefertigt. Der Preis liegt bei 67,00 Euro.


Superentspiegelt sind alle diese Linsen. Aber was genau bedeutet das? Sind wirklich alle Superentspiegelungen gleich wirksam, oder gibt es hier Unterschiede? Linsen die sich „superentspiegelt“ nennen, haben eine Restreflexion von max. 0,4% beim Licht Ein – und Ausfall. Allerdings ist die „Serienstreuung“ relativ groß, da dieser Beschichtungsprozess doch sehr "delikat" ist. Es gibt z.B. Von ZEISS eine Neuentwicklung mit einer Restreflexion von 0.14%, das ist im Vergleich zu den "normalen" 0.4% prozentual doch eine Menge. Jürgen Seeger hatte so eine Linse bei der EBHC 2010 im Einsatz und konnte damit schießen, wo andere die Linsen ausbauen mussten um überhaupt etwas erkennen zu können.

Durchblick und Reflexionen bei Scope-Linsen – ein heikles Thema, zu dem ich nur meine persönlichen Eindrücke wiedergeben kann. Eine optische Untersuchung mit reproduzierbarem Testaufbau sprengt leider meinen Rahmen, daher beschränke ich mich auf eine reine praktische Bewertung. Ich habe von allen Linsen ein paar Aufnahmen gemacht, bei denen bewusst Spiegelungen hervorgerufen wurden, um eine anschauliche Basis für einen Vergleich zu haben. Solch extreme Spiegelungen habe ich im Einsatz auf dem Parcours nicht erlebt, aber so kann man ein paar Unterschiede sehen.

weiterlesen Teil 3

Teil 3

Zurück in den Wald zum Praxiseinsatz.
Bei den Linsen von Archery-Direct habe ich einen gravierten Kreis auf der Linse. Auffällig ist, dass er sowohl auf einem dunklen Ziel wie auch auf einem hellen Ziel einen guten Kontrast bietet. Einmal erscheint er als helle, das andere Mal als dunkle Linie. Ein Einfärben ist nicht notwendig. Eigentlich schon optimal so! Ebenfalls sehr gut ist die geringe Restreflexion. Selbst bei widrigem Lichteinfallwinkel kann man immer sehen, wo es hin gehen soll. Ein Parcoursdurchgang im Regen überzeugt mit dem Lotuseffekt der EYAS-Linse. Wasser perlt leicht ab und es bleibt so kaum Staub nach dem Trocknen haften. Hier erzielen die Kunststoff-Linsen etwas bessere Werte wie die Glas-Linsen.

Die Leuchtfiber beim Viper ist grün, möchte man eine andere Farbe, muss man diese kaufen und einbauen. Nicht ganz einfach, aber mit etwas handwerklichem Geschick machbar.

Einfacher hat man es da beim TS-Scope. Hier kann man sowohl die Leuchtfiber leicht austauschen, als auch den Pin einfach ausbauen. Kleberinge liegen in einem satten Rot bei. Upps, ist das nicht ein bisschen dunkel? Nein, in fast allen Fällen kann man den Zielkreis gut sehen und zentrieren. Nur wenn es extrem dunkel wird muss man sich kurz auf die Färbung konzentrieren. Ansonsten ist auch der Pin schnell mal eben eingebaut.
 
Ein  letzter Test im Parcours bei trüben Wetter: Ich habe bei jedem Ziel die Linsen getauscht, habe dann auch nur 20 geschafft. Unterschiede in der Lichtdurchlässigkeit sind kaum zu erkennen. Das ZEISS-Glas ist minimal lichtstärker, aber wirklich nur marginal.

Welche Vergrößerung empfiehlt sich nun für den 3D-Sport?
In letzter Zeit werden immer mehr wichtige Turniere – wie das 3D-Masters – durch Präzisionsrunden entschieden. Beim 3D-Modus nach FITA geht es sogar explizit auf Präzision. Daher fallen meiner Ansicht nach die Vergrößerungen unter 0.5 (4fach) raus. Besonders, wenn der Clarifier die Vergrößerung nochmals um 1 reduziert. Machen nun sehr große Vergrößerungen einen Sinn, so um 1.0 oder 1.25? Nun, hiermit sieht man wohl alles auf dem 3D-Ziel, aber verliert leicht die Orientierung. Da liegt man schon mal neben der optimalen Trefferzone. Als optimal haben sich eine 0.5er (4fach) oder 0.75er (6fach) Vergrößerung erwiesen. Wobei ich der 0.75er den Vorzug gebe, wenn es um extreme Präzision geht. Die 0.5er hat Vorteile wenn es dunkel wird, dann sieht man eine größere Fläche des Zieles und kann sich besser orientieren.

Ich benutze eine Ausgleichslinse im Peep (Clarifier), da ich gerne das Ziel genau erkennen will. Mit der TS-Archery Super-Linse in 0.75 und Ausgleichslinse im Peep kann man auf 20 Meter einen TÜV-Stempel lesen, oder auf 70 Meter bei einer IFAA Jagdscheibe den schwarzen Ring um das X sehen.

Fazit:

Wie gesagt, entscheidend für mich ist der praktische Einsatz. Nachdem ich beide Scopes mit verschiedenen Linsen probiert habe, gewinnt mit knappem Vorsprung das Scope von TS-Archery den Praxistest. Es bietet neben dem großen Sichtfeld, der komfortablen Zentrierung mit dem roten Ring, der Möglichkeit, die Leuchtfiber schnell auszubauen, mit der ZEISS Punktal 1.6 SE, die beste Linse. Ist allerdings auch die teuerste Kombi, bei dem 3D-Gehäuse mit der besten Linse kommt man auf 164,00 Euro.

Wobei man sagen muss, schlecht sind sie alle nicht. Die Unterschiede sind letztlich gering, so dass man auch nach Geldbeutel entscheiden lassen kann. Und man bekommt wirklich erstklassige Produkte. So ist der Preisleistungssieger das Viper-Scope mit Preisen um die 120,00 Euro. Dies könnte man günstig mit einer Linse von Archery-Direct aufrüsten.

Die Linsen von Archery-Direct bieten erstklassiges Material, sind top verarbeitet und werden gegen geringen Aufpreis individuell auf den Kunden abgestimmt. Durch den Lotus-Effekt der Tipp für alle Schlecht-Wetter-Schützen. Bei Archery-Direct bekommt man übrigens individuelle Anfertigungen für alle gängigen Scopes und auch Sonderanfertigungen sind kein Problem. Die Preise sind absolut fair. Noch dazu werden, sollte sich das persönliche Setup mal ändern, bisherige Linsen, sofern machbar, kostenfrei umgearbeitet! Ein super Service.

So findet jeder Schütze je nach Anspruch und Geldbeutel gute Produkte die zum Teil sogar in Deutschland (TS-Archery und Archery-Direct) hergestellt werden. Viel Freude und Erfolg hat man auf jeden Fall mit den großen Scopes im 3D-Sport.

Spezielles

Spezielles

Funktion eines Clarifiers:

Mit einem Clarifier, einer Minus-Linse im Peep und einer Plus-Linse vorne im Scope schafft man sich ein einfaches Fernglas. Das Ziel wird bedeutend schärfer, allerdings sieht man auch die Bewegung im Bogenarm viel deutlicher.

Es gibt Clarifier in verschiedenen Stärken, welcher passt, richtet sich nach der Vergrößerung im Scope und dem Abstand zum Auge.

Ob man damit klar kommt?
Am besten ausprobieren.

Spezialfall - Kontrastlinsen mit Gelbfärbung

Die Wirkung einer Konstrastlinse mit einer gelben Färbung, wie sie die Kampfjetpiloten in ihren Visieren haben. Was bewirkt nun diese Gelbfärbung? Am einfachsten erklärt sich das anhand der beiden Bilder. Einmal mit, einmal ohne gelbe Linse. Die gelbe Linse schwächt die Vielzahl der Lichtreflexionen ab, die dem Auge das Fokussieren erschweren können. Wir alle wissen, dass das Auge fast automatisch auf den hellsten Punkten eines Zieles hängen bleibt. Nur manchmal ist das nicht der optimale Trefferpunkt. Die gelbe Linse löst unerwünschte Reflexionen auf und erhöht nebenbei noch den Kontrast.

Allerdings vervierfachen sich die Reflexionen, wenn man eine Vergrößerungslinse plus eine Tönungslinse einbaut. Auf dem FITA-Platz vielleicht noch zu tolerieren, aber im Wald bei ständig wechselnden Lichtverhältnissen sicher nicht.

Das einzige Gelb mit dem sich solche Effekte optimal erzielen lassen, ist das „Kali-Gelb“, heute noch zu beziehen über den örtlichen Optiker, der kann bestimmt weiter helfen. Ursprünglich von Bausch und Lomb  eine Entwicklung für Scharfschützen.

Wie funktioniert eigendlich die Entspiegelung einer Glas- oder Kunststofflinse - kurz ET?

ET heisst Entspiegelung. Die MagFlou Schicht (die ET Schicht) ist auf einem Silikatglas - Glas - rau. Das Licht spiegelt sich in den Bergen und Tälern der Schicht und wird absorbiert durch Interferenz. Es verläuft sich auch teilweise. Auf Grund der Rauhheit der Schicht auch die extreme Verschmutzungsneigung jeder guten Entspiegelung. Je besser die ET, desto schmutzempfindlicher. Gilt für Glas!

Auf Kunststoff genau das Gegenteil. Die Entspiegelung funktioniert ausschließlich auf Interferenz der Vernichtung. Die Schicht ist glatt UNTER der obersten Lackschicht die die ET schützt. Versuchst du diese zu polieren verschlechterst du die Oberfläche, aber die ET bleibt intakt. Hier eine einfache Beschichtung wie zB Autohartwachs zu verwenden klappt gut, die Eigenschaften für uns Bogenschützen werden evtl. verbessert - Wasser perlt noch besser ab.

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